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Anforderung an den Werkstoff Stahl

Grundsätzlich lassen sich alle gängigen Baustahlsorten feuerverzinken, allerdings können Aussehen und Dicke des Zinküberzugs differieren. Beim Feuerverzinken findet eine Reaktion der Stahloberfläche mit der Zinkschmelze statt. Das Ergenis dieser Reaktion, der Zinküberzug bezw. die Zink-Eisen-Legierung, ist in entscheidendem Masse abhängig von der chemischen Zusammensetzung - insbesondere derm Silizium- und Phosphor-Gehalt - der Stähle, der Topografie der Stahloberfläche und von den Verzinkungsbedingungen (Schmelztemperatur, Tauchdauer).

In bestimmten Gehalten können Silizium und Phosphor die Eisen-Zink-Reaktion derart beschleunigen, dass dickere Zinküberzüge entstehen. Diese Zinküberzüge haben meist ein mattes oder graues aussehen und eine rauhe Oberfläche.

Aufhängungspunkte

Die Aufhängung von Stahlteilen sollte an Stellen möglich sein, die sicherstellen, dass das flüssige Zink beim Herausziehen der Stahlteile aus dem Zinkbad problemlos ablaufen kann. Aus diesem Grund sollten die Aufhängungspunkte auch gegebenenfalls die vorhandene Anordnung der Zulauf- und Entlüftungsöffnungen berücksichtigen.Dadurch wird vermieden, dass Zink unbeabsichtigt aus der Schmelze ausgeschleppt wird und dadurch zu einer hohen Gewichtsbelastung des Bauteils führen kann.

Überlappungen

Überlappungsflächen sind aus Gründen des Korrosionschutzes nach Möglichkeit zu vermeiden. In die enstehenden Spalte kann Flüssigkeit aus den Vorbehandlungsbädern eindringen, die beim Tauchen in die Zinkschmelze explosionsartig verdampft. Überlappungsflächen sind möglichst ringsum dicht zu verschweissen. Grössere Überlappungen sind mit Entlastungsöffnungen zu versehen.

Schweissen vor dem Feuerverzinken

Die Erwärmung der Stahlteile in der Zinkschmelze führt zu einer Längenausdehnung von ca. 4 - 5mm pro Meter Bauteillänge. Dies kann zu Zwängsspannungen führen. Die Streckgrenze des Stahls reduziert sich mit zunehmender Erwärmung des Bauteils. Verzug oder Rissbildung sind dann möglich.

Es ist bekannt, dass für das Feuerverzinken eine feuerverzinkungsgerechte Stahlkonstruktion die Grundvoraussetzung darstellt. Im Hinblick auf die Ausführung der Stahlkonstruktion und zur Vermeidung des Risikos von Verzug und Rissbildung sollten desshalb auch folgende Details beachtet weden:

- Grosse Kerben und Steifigkeitssprünge in der Stahlkonstruktion sollten vermieden werden.

- Auf eine spannungsarme Fertigung ist zu achten.

- Dehnungen und Schrumpfungen der Konstruktion sollten konstruktiv möglichst wenig behindert werden.

- Aufhärtungen im Stahl, wie sie z.B. an Brennschnittkanten entstehen können, sind nachteilig. Diese Stellen sind entsprechend nachzuarbeiten.

- Beim Schweissen vor dem Feuerverzinken sind fertigungstechnische Aspekte zu berücksichtigen. Die Schweissnähte müssen sauber hergestellt werden und dürfen keine Poren oder Einbrandkerben aufweisen.

- Es muss darauf geachtet werden, dass keine Schweissschlacken auf der Schweissnaht zurückbleiben; diese können zu Verzinkungsfehler führen, der derartige Rückstände in der Vorbehanlungsanlage der Feuerverzinkerei nicht beseitigt werden.

Sie haben Fragen zur verzinkungsgerechten Konstruktion? Diese beantworten wir Ihnen gerne.